Die Machenschaften der Saatgutindustrie – organisierte Kriminalität einmal anders

Henry Kissinger, vormals Aussenminister der USA, wird folgendes Zitat zugeschrieben:
„Wer das Öl kontrolliert, der beherrscht die Staaten – wer die Nahrungsmittel kontrolliert, der beherrscht die Völker – und wer das Geld kontrolliert, der beherrscht die Welt!“

Was hat es mit Kissingers Aussage auf sich? Liegt dieser Äusserung ein wahrer Kern zu Grunde oder handelt es sich lediglich um politisch-ökonomische Dampfplauderei aus dem Zentrum der Machtelite?
Das genauer zu beleuchten, soll Gegenstand des nachfolgenden Artikels sein.

Es ist zu begrüssen, dass das Thema Ernährung bei vielen Menschen einen zunehmend grösseren Stellenwert einnimmt. Zu Recht sind Begriffe wie saisonal, regional und Bio derzeit in aller Munde. Die meisten von Euch werden die Erfahrung schon einmal gemacht haben: Wer beginnt, sich für eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu interessieren, wird gezwungenermassen relativ schnell mit den zahlreichen Schattenseiten der industrialisierten Nahrungsmittelerzeugung konfrontiert. Tagtäglich tangieren die Nahrungsmittel unser Leben, vom Frühstücksmüsli bis zum Feierabendbier. Umso entscheidender ist es, die Nahrungsmittelkette vom Anfang bis zum Schluss in ihrer gesamten Tragweite zu erfassen und uns nicht nur auf die Qualität des Endprodukts im Supermarkt zu beschränken.
Obgleich der Bewusstseinswandel vieler Konsumenten hinsichtlich einer gesunden und verantwortungsvollen Ernährung bereits weit vorangeschritten ist, denken nur die wenigsten tiefgründig über den eigentlichen Ursprungskern unseres Essens nach. Alle unsere Nahrungsmittel (die tierischen ausgeklammert) entspringen bekanntlich dem kleinen Samenkorn, aus dem später sämtliche Nutzpflanzen wie Mais, Soja, Reis, Raps, Weizen etc. heranwachsen und gedeihen. Wenn wir uns nun nachfolgend dem Thema Saatgut zuwenden, so nähen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes dem Kern der wahren Probleme in puncto „globaler Nahrungsmittelproduktion- und Verteilung“. Doch der Reihe nach…

Bis vor wenigen Jahrzehnten waren es fast ausschliesslich die Bauern, die sich für die Gewinnung und den sinnvollen Einsatz von Saatgut als Ernährungsgrundlage der Bevölkerung verantwortlich zeichneten. Die Bauern hatten gelernt, mit ihrer Region optimal umzugehen. Seit Generationen gehörte es zum stolzen Bauernhandwerk, selber Pflanzensorten aus dem heimischen Boden heranzuzüchten. Es waren dies natürliche Kulturpflanzen, die perfekt an die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst waren und massgeblichen Anteil an der landwirtschaftlichen Vielfalt hatten. Der Bauer baute seine Felder in wechselnden Fruchtfolgen an und machte mit grösster Selbstverständlichkeit das, was heute nur noch auf den Bezeichnungsetiketten von Bio-Produkten steht: „Die Bauern arbeiten im Einklang mit der Natur und tragen Sorge zum fruchtbaren Boden.“
(Entnommen einer Bio-Verpackung der schweizerischen Migros-Genossenschaft)

Saatgut als Privateigentum   
Die 1950-er Jahre waren gewissermassen die Geburtsstunde des unnatürlichen und völlig überzüchteten Hybrid-Saatgutes, welches heute fast ausschliesslich Verwendung findet. Damals wurden die ersten gentechnisch veränderten Organismen entwickelt. Alsbald entdeckten beflissene Forscher, dass sich Pflanzen kreuzen und gentechnisch manipulieren liessen, um gewisse – auf den ersten Blick positive – Eigenschaften heranzuzüchten. Kaum war das profitmaximierende Geschäftsmodell mit der Gentechnik erschaffen, ging die Chemie- und Saatgutindustrie dazu über, die ersten Hochertragssorten, sogenannte Turbopflanzen, am Fliessband zu entwickeln und kommerziell zu vermarkten.
Auf Gedeih und Verderben sollte das genmanipulierte Saatgut auf dem Markt etabliert werden. Um den Bauern gehörig Sand in die Augen zu streuen, hat man ihnen grössere Ernteerträge, und damit einhergehend, grössere finanzielle Gewinne versprochen.
Heuer schreiben wir das Jahr 2018 – Trotz einer massiven Erhöhung der Produktionsmengen und beträchtlichen Fördergeldsummen geht das Bauernsterben munter weiter. Gerade kleine und mittlere Betriebe stehen auf Grund des immer grösser werdenden Preisdrucks auf tönernen Füssen. Wer nicht auf die arglistige „Wachse-oder-weiche-Schiene“ aufspringt, wird systematisch von riesigen Agrarfabriken verdrängt und wegrationalisiert. Ein wahrlich fairer Wettbewerb…
Doch wo genau liegt eigentlich der Wurm beim genmanipulierten Saatgut begraben?
Diese von den Saatgutkonzernen erfundenen „Supersamen“ besitzen nebst der anfänglichen Ertragsstärke zahlreiche, gezielt herbeigezüchtete Begleit-Attribute, die dem Bauern das Leben schwer machen und in der Folge der ganzen Menschheit zum Verhängnis werden. Um sich im internationalen Saatguthandel ein Monopol aufzubauen, liessen sich die Agrochemie-Konzerne (Monsanto, Syngenta, DuPont, Dow Chemical, Bayer, BASF & Co) ihre gewinnbringenden Instrumente in Gestalt der Hybridsamen patentieren. Das heisst, sie verfügen über das alleinige Nutzungsrecht diverser Pflanzen. Um das Geschäft mit dem privatisierten Saatgut auch rentabel zu machen, wurden die Bauern per Vertrag dazu verpflichtet, die geernteten Samen  nicht wieder für den Anbau zu verwenden, sondern immer wieder neues Saatgut zu erwerben. Freilich hielten sich nicht alle Bauern brav an diese Vereinbarung, was die Grosskonzerne dazu veranlasst hat, dem Saatgut nachträglich einige „Verbesserungen“ zu implementieren.

Das Resultat ist ein Samen, der die sonderbare Eigenschaft besitzt, nach der erstmaligen Nutzung quasi Selbstmord zu begehen. Die Samen können folglich nur einmal ausgesät werden und lassen keine zweite Fruchtfolge zu. Bereits in der zweiten Generation verlieren sie ihre herangezüchteten Vorteile. Kurzum: Sie sind nicht wiederverwendbar. Auf dieser Grundlage soll sichergestellt werden, dass die Bauern aus dem eigenen Ernteertrag nichts für die nächste Aussaat verwenden können. Folglich befindet sich der Bauer in einer verhängnisvollen Abhängigkeit der Konzerne, von denen er das Saatgut jährlich neu erwerben muss. Nun beruht dieser Sachverhalt freilich nicht auf dem Zufallsprinzip. Vielmehr stellt diese gezielt herbeigeführte Abhängigkeit eine moderne Form der Leibeigenschaft für die Völker dieser Erde dar.
Ein perfides Geschäftsmodell, das der Teufel persönlich nicht besser hätte entwickeln können. Die geknebelte Landwirtschaft wurde ihrem ursprünglichen Daseinszweck gänzlich entfremdet und derweil dem reinen Profitstreben der Geldgewaltigen unterworfen. Um die Gewinne weiter maximieren zu können, haben sich die Konzernmultis weitere Betrügereien auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt ausgedacht. Das von ihnen entwickelte, gentechnisch veränderte Saatgut, lässt die patentierten Nutzpflanzen nur unter entsprechendem Einsatz von chemischem Dünger und Pestiziden gedeihen.

Ein glatter Zufall, dass die Saatguthersteller gleich noch das passende Unkrautvernichtungsmittel bereithalten, um es zusammen mit dem Saatgut als Paket zu vermarkten. Nur Schelme mögen Böses dabei denken. Das vom US-Konzern Monsanto vertriebene, berühmtberüchtigte Glyphosat stellt wohl das bekannteste Erzeugnis seiner Art dar. Diese Ackergifte sind chemische Cocktails, die alles zerstören, was nicht gentechnisch entsprechend verändert und resistent gemacht wurde. Ihr massenhafter Einsatz trägt massiv zur Dezimierung der natürlichen Pflanzenvielfalt bei. Ferner werden intakte Lebensräume zahlreicher Tiere radikal zerstört, was am Beispiel des kollektiven Bienensterbens klar aufgezeigt wird. Auch für uns Menschen ist der Einsatz dieser Pestizide nachweislich gesundheitsschädlich. Messungen haben ergeben, dass eine Überdüngung zusätzlich das Grundwasser kontaminiert.
Dahingehend äusserte sich Justus von Liebig, Vater der Agrokulturchemie einmal treffend wie folgt:
„Immer und zu allen Zeiten ist es der Boden mit seiner Fruchtbarkeit gewesen, der über Wohl und Wehe eines Volkes entschieden hat.“

Eindrücklich bringt er auf den Punkt, auf welche katastrophale Art und Weise wir nicht nur unsere Umwelt, sondern auch den Lebensraum künftiger Generationen zerstören.
Metaphorisch gesprochen lässt sich dieses rücksichtslose Geschäftsgebaren in etwa so skizzieren: Man verkaufe einem gesunden Menschen eine Dosis Gift und das notwendige Gegengift gleich dazu.

Brüssel – Ein Tummelplatz für Konzernlobbyisten
Die agrarpolitische Entscheidung der EU-Kommission zu Brüssel, Glyphosat entgegen dem Willen der Europäer für weitere fünf Jahre die Zulassung zu erteilen, erfüllt unzweifelhaft den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung sowie Tötung. Zugleich offenbart sich am Beispiel der Glyphosat-Abstimmung, wie stark der Einfluss des Konzernlobbyismus auf die politischen Entscheidungsträger an den obersten Verwaltungsstellen der EU Tat und Wahrheit ist. Es ist ein offenes Geheimnis, dass allein in Brüssel rund 10000 Lobbyisten ihre schmutzige Arbeit verrichten, die nur darauf abzielt, politischen Entscheidungen zu Gunsten ihres Unternehmens oder Wirtschaftszweiges zu beeinflussen. Ein weiteres Indiz dafür, wie korrumpierbar die Parlamentarier oftmals sind.

Abschliessend kommen wir um die Feststellung nicht herum, dass es sich beim Saatgut-Kartell schlichtweg um ein internationales Verbrechersyndikat handelt. Eine kriminelle Organisation, die sich im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gerne einen humanitären Anstrich verpasst. Zu diesem Zweck wird der heuchlerische Anspruch geltend gemacht,
durch den massenhaften Einsatz von Gentechnik und Pestiziden und den dadurch höheren Erträgen aktiv den Welthunger zu bekämpfen. Merkwürdig, dass trotz ihrer eifrigen „Bemühungen“ alle 3 Sekunden ein Mensch den Hungertod stirbt.
Wie war das doch gleich nochmal mit den Menschenrechten und dem Zugang zu angemessener Ernährung? Diese scheinen nicht einmal das Papier wert zu sein, auf dem sie geschrieben stehen. Schliesslich lässt sich mit den Ärmsten der Armen kein Geld verdienen, sondern nur mit jenen, die die Hoheit über ihre Ernährung bereits abgetreten haben und für die Nutzung lizenzierter Nahrungsmittel fleissig Gebühren bezahlen. Die Nahrung wird als Waffe eingesetzt, um die Bauern in den Ruin zu treiben, die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher zu machen.

Der Motor dieser ausbeuterischen Entwicklung ist die krankhafte und unmoralische Gier einer kleinen Führungselite nach immer mehr Macht, Reichtum und Geld.
Wie meinte doch der ehemalige Monsanto-Mitarbeiter Kirk Azevedo einmal unverblümt:
„Wir wollen die weltweite Nahrungsversorgung kontrollieren.“

Dass es sich beim erklärten Ziel – die totale Weltherrschaft der Konzerne über die Nahrung zu erlangen – nicht um ein utopisches Hirngespinst oder gar um eine krude Verschwörungstheorie handelt, beweist ein kleiner Blick in die Realität. Schon heute beherrschen weniger als 10 Konzerne mehr als 85% des Weltmarktes. Die EU bezieht über 95% ihres Gemüse-Saatguts von gerade einmal 5 Konzernen.

Gentechnik und Ausplünderung als der Weisheit letzter Schluss?
Auch wenn die Machtstrukturen der Geldmächte und ihre gegenwärtigen Besitzverhältnisse kaum Anlass zur Hoffnung geben, müssen wir uns vergegenwärtigen, dass auch ihre geldmachtpolitischen Institutionen nicht für immer Bestand haben werden. Im Gegenteil, auf die gesamte Geschichte der Menschheit betrachtet, ist das Zeitalter dieser machtbesessenen und korrupten Eliten lediglich ein Wimpernschlag. Das Ende ihrer frevelhaften Herrschaft des Geldes zeichnet sich ab. Um etwas Zuversicht und Mut in unsere Herzen strömen zu lassen, möchten wir Euch über die jüngste Entwicklung in Indien informieren, wo Monsanto immer mehr an Einfluss verliert, weil zunehmend viele Kleinbauern dem genmanipulierten Import den Rücken kehren und wieder auf das heimische Saatgut zurückgreifen. Selbst die indische Regierung ging auf Konfrontationskurs mit Monsanto, was dazu führte, dass der Agrar-Riese seine Pläne für genveränderte Pflanzen in Indien vorerst gestoppt hat.

So wie die indischen Bauern, so kann sich auch jeder von uns kann durch seine persönlichen Handlungen im Kleinen autark und unabhängig machen. Auch ein Widerstand im kleinen Kreis vermag Veränderungen im Grossen zu bewirken. Beispielsweise können wir darum bemüht sein, durch einen vernünftigen Konsum von gesunden und hochwertigen Lebensmitteln wieder die Souveränität über unsere eigene Ernährung zu erlangen. Dazu müssen wir uns lediglich dem schädlichen Einfluss von Lebensmittelindustrie und Agrochemie-Konsortium entziehen, was durchaus möglich ist. Wer einen eigenen Garten besitzt, kann sich Obst und Gemüse selber anpflanzen. Durch den Saatgut-Kauf von alten und seltenen Sorten kann ein jeder aktiv zum Erhalt der natürlichen Vielfalt und Biodiversität beitragen. Nebenbei erweitert ihr Euren Speiseplan und werdet erstaunt sein, wie gut diese oftmals längst in Vergessenheit geratenen Lebensmittel eigentlich schmecken.

Für den Erwerb des entsprechenden Saatgutes verweisen wir an dieser Stelle auf das Projekt „ProSpecieRara“ (Schweizerische Stiftung für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren). www.prospecierara.ch

Zudem kann sich jeder Wissen aneignen und dabei helfen, neu gewonnene Erkenntnisse in Wort, Bild und Schrift zu verbreiten.

Wer Näheres zum Thema „Genmanipuliertes Saatgut“ wissen möchte, dem empfehlen wir das Buch „Saat der Zerstörung“ des deutsch-amerikanischen Publizisten Professor F. William Engdahl.

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