Moderne Mobiltelefone – Der Weg in die digitale Verblödung

Moderne Mobiltelefone – Der Weg in die digitale Verblödung
Wenn wir in der Deutschschweiz und Liechtenstein umgangssprachlich vom sogenannten „Natel“ sprechen, so bezieht sich dieser längst überholte Begriff auch auf die Mobiltelefone neuester Generation, die sogenannten „Smartphones“. Eine nützliche Erfindung, die einstweilen Einzug in beinahe jede Hosen- oder Handtasche gefunden hat. Auch der Verfasser dieser Zeilen ist Besitzer eines sogenannten „i-Phone“. Mit dem im Jahre 2007 erstmals auf den Markt gebrachten i-Phone leistete das US-amerikanische Technologieunternehmen „Apple“ gewissermassen Pionierarbeit auf diesem Gebiet, schliesslich revolutionierte das i-Phone in Windeseile die komplette Informations- und Kommunikationstechnologie. Im Zeitraffer wurde die bisherige Welt der digitalen Geräte komplett aus den Angeln gehoben. Erstmals war es möglich, mit einem Mobiltelefon nicht mehr nur zu telefonieren, SMS zu schreiben und Augenblicke per Kamera festzuhalten, sondern neuerdings auch ins Internet zu gehen. Ein wahrhaft technologisches Wunderwerk in Kompaktform. Und Hand aufs Herz – Wer von uns könnte sich heute ein Leben ohne diese „Schlautelefone“ vorstellen?
Der Digitalisierungsprozess in unserer hypermodernen Welt ist bereits so weit vorangeschritten, dass der Besitz eines Smartphones fast schon als Voraussetzung gilt, um nicht sozial isoliert zu werden. Etliche Banken stellen ihr Betriebssystem dahingehend um, dass die elektronische Abwicklung von privaten Bankgeschäften nur mehr via Smartphone oder Tablet möglich ist. Wer heute noch mit dem Einzahlungsschein und dem Bargeld in der Hand zum Schalterangestellten läuft, um offene Geldbeträge zu begleichen, gehört zu einem immer kleiner werdenden Personenkreis unserer Gesellschaft und wird schon bald ein antiquierter Sonderling darstellen. So weit, so modern – so weit, so nützlich!

Knapp ein Jahrzehnt nach dem ersten i-Phone ist es an der Zeit, den gesamtgesellschaftlichen Schlautelefonkonsums einmal auf den Prüfstand zu stellen. Und wie der Titel dieses Textes schon verlautbart, sind wir im Zuge unserer alltäglichen Beobachtungen und Recherchen auf einige äusserst bedenkliche „Nebenwirkungen“ gestossen. Nebenwirkungen, die sowohl für das Gemeinwohl der jetzigen wie auch der künftigen Generationen höchste Relevanz besitzen und uns letztlich dazu angeregt haben, diesen Artikel zu verfassen und Gedankenanstösse zu geben. Um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen, wollen wir lediglich die Auswirkung der „Smartphones“ auf das Sozialverhalten der Menschen und deren kognitiven Fähigkeiten beleuchten. Den Aspekt der Gesundheitsschädigung durch Mobilfunkstrahlen haben wir an dieser Stelle ausgeklammert.

Schlautelefone, die nicht schlau machen
Werfen wir mal einen Blick auf unsere Bildungslandschaft, so lässt sich unschwer eine im Eiltempo voranschreitende Entwicklung hin zu immer mehr Digitalisierung feststellen. Unsummen an Gelder werden investiert, um die Bildungsinstitutionen fortlaufend mit Smartphones, Tablets, Laptops und dem drahtlosen Internet namens WLAN auszustatten. Immer mehr Unterrichtssequenzen finden neuerdings nur mehr „am Bildschirm“ statt.
Selbst vereinzelte Kindergärten und Kitas verfügen schon über diese hochmodernen Infrastrukturen. Jene, die dieser Entwicklung noch hinterherhinken, sollen künftig ebenfalls nachgerüstet werden. Von führenden Schmalspur-Intellektuellen aus Politik und Wirtschaft hören wir immer wieder, dieses digitale Frühförderungsprogramm sei notwendig, um der fortlaufenden Digitalisierung in sämtlichen Lebensbereichen und Wirtschaftszweigen Rechnung zu tragen. Andernfalls würden wir Gefahr laufen, in naher Zukunft abgehängt zu werden. Und so ist es im Jahre 2018 ein „ganz normaler“ Vorgang, wenn Kinder – noch bevor sie überhaupt richtig sprechen können – bereits gewisse Grundfunktionen von hochtechnologischen Maschinen beherrschen. Sollte uns diese evolutionäre Entwicklung nicht Anlass zur Sorge geben? Was für uns Erwachsene – bei mässigem Gebrauch – durchaus sinnvolle Hilfsmittel des täglichen Lebens darstellen, soll gleichzeitig auch ein Spielzeug von Kleinkindern sein und deren Entwicklung positiv befördern?

Nun ist es so, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Hirn- und Verhaltensforschung sowie der Tiefenpsychologie eine gänzlich andere Sprache sprechen, in der politisch-wirtschaftlichen Digitalisierungs-Agenda aber herzlich wenig berücksichtigt werden. Dabei gilt es als empirisch bewiesen, dass sowohl Kinder als auch Jugendliche durch eine übermässige Nutzung von Smartphones in ihrer Entwicklung gleich auf mehreren Ebenen massiv beeinträchtigt und gesundheitlich gefährdet werden. Soziale Fähigkeiten und Kompetenzen beispielsweise eignet sich der Mensch nicht über die Nutzung einer digitalen Maschine an. Vielmehr muss er sie durch analoges interagieren mit anderen Personen erlernen. Zahlreiche renommierte Studien besagen, dass junge Menschen, die übermässig viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, nachweislich weniger Empathie entwickeln. Auch für die Sprachentwicklung sind die Schlautelefone alles andere als förderlich. Man muss wahrlich keine Linguistik studiert haben, um zu verstehen, dass Sprache in erster Linie durch aktive Kommunikation und nicht durch das Anhören elektronisch vorgetragener Kindermärchen erlernt wird.

Wir gehören noch zu jener Generation, die mit den Märchen von Rotkäppchen, Frau Holle und Dornröschen aufgewachsen ist. Wir haben uns mit Pippi Langstrumpf identifiziert, mit Begeisterung die abenteuerlichen Geschichten im Struwwelpeter gelesen und während unseres Aufenthalts im Freien den Streichen der beiden Lausbuben Max & Moritz nachgeeifert.
Wo wir gerade von Streichen sprechen: Die Streichbewegung über den Bildschirm eines Smartphones trainiert weder die Motorik noch die Sensorik eines Kleinkindes. Da die geistige Entwicklung eines Kindes aber grundlegend auf der Sensomotorik basiert, bleibt in der Folge die Gehirnentwicklung beeinträchtigt. Damit der Mensch die Funktionalität eines Gegenstands zu verstehen lernt, ist es hilfreich, wenn er ihn nicht nur visuell mittels Streichbewegungen über einen Bildschirm wahrnimmt, sondern wenn er ihn in über den Tastsinn mit den eigenen Händen erkundet. Das heisst, wir lernen etwas besser, wenn wir es be-greifen, sprich, wenn wir es in die Hand nehmen.
Was ist für die Entwicklung der Kleinen wohl besser? Ein reales Puzzle oder die elektronische Attrappe auf dem Bildschirm? Worin die frühkindliche Bindung an ein Smartphone gipfelt, hat der Verfasser dieser Zeilen einmal selbst beobachtet, als sein damals zweijähriger Neffe krampfhaft versucht hat, ein eingerahmtes Bild mittels Wischbewegungen zu vergrössern.

Wie soll ein Kind, dessen Gehirn sich wegen Smartphone-Überkonsum unzureichend entwickelt, jemals zu höheren Denkprozessen befähigt sein? Der fahrlässige Umgang in Bezug auf die neuronale Entwicklung unserer Kinder wird bereits jetzt schonungslos mit einem deutlich zu verzeichnenden Leistungsabfall an den Schulen quittiert.
Sehr interessant vor diesem Hintergrund ist die Tatsache, dass Modellversuche von Smartphone-Verboten an deutschen Schulen eine signifikante Leistungssteigerung nach sich gezogen haben. Getestet wurde an insgesamt 90 Schulen mit rund 136‘000 Schülern.
Kurzum: Schlautelefone beeinträchtigen nicht nur die Gehirnentwicklung, sie lenken auch ab, führen zu Aufmerksamkeitsdefiziten und einem enormen Leistungsabfall.

Auch hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen müssen wir den Schlautelefonen ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Messungen haben nämlich ergeben, dass regelmässig lange Verweilzeiten am Bildschirm zu einem nachweislich höheren Blutdruck führen. Kaum verwunderlich ist die Erkenntnis, dass bei übermässigem Schlautelefon-Gebrauch auch die Sehkraft arg in Mitleidenschaft gezogen wird. Weitere schwerwiegende Folgen, die der masslose Konsum digitaler Technik nach sich zieht, sind Schlafstörungen, Depressionen, Stress, Empathieverlust u.v.m. Diese Feststellung haben wir nicht willkürlich aus der Luft gegriffen, sondern der Literatur des Gehirnforschers und Psychiaters Dr. Manfred Spitzer entnommen. Spitzer, der als Professor an der Uniklinik Ulm tätig ist, beschäftigt sich seit Jahren mit den Auswirkungen von Smartphones auf Kinder und Jugendliche. Eindringlich warnt er vor den katastrophalen Folgen des allgegenwärtigen Digitalisierungswahns auf unsere Gesellschaft, insbesondere auf Kinder und Jugendliche. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse hat er in den beiden Büchern „Cyberkrank“ und „Digitale Demenz“ festgehalten.

Das Smartphone als Suchtmittel
Wie wir bereits erläutert haben, ist es vor allem der übermässige Gebrauch, der die modernen Mobiltelefone so gefährlich macht. Nun ist es freilich schwierig, konkrete Zahlen einer Abhängigkeit zu eruieren, da nur die wenigsten der Betroffenen sich selber als Smartphone-Süchtiger bezeichnen. Nachfolgend nehmen wir Bezug auf die Daten einer im Mai 2017 in Deutschland veröffentlichten Studie namens BLIKK (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz, Kommunikation). Die von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, vorgestellten Ergebnisse der BLIKK-Studie legen Zeugnis davon ab, in welchem Ausmass unsere Gesellschaft bereits von der digitalisierungsbedingten Internet- und Smartphone-Sucht befallen ist. Es darf getrost davon ausgegangen werden, dass die offiziellen Zahlen nur die Spitze des Eisbergs repräsentieren und die realen Werte einschliesslich der Dunkelziffer weitaus höher liegen dürften.
Die wesentlichen Kernaussagen der BLIKK-Studie im Überblick:
– In Deutschland gelten mittlerweile rund 600.000 Jugendliche und junge Erwachsene als internetabhängig und zweieinhalb Millionen als problematische Internetnutzer.
– 70 % der Kinder im Kita-Alter benutzen das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich.
– Es gibt einen Zusammenhang zwischen einer intensiven Mediennutzung und Entwicklungsstörungen der Kinder.
– Bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr finden sich vermehrt Sprachentwicklungsstörungen sowie motorische Hyperaktivität bei denjenigen, die intensiv Medien nutzen.

In der Tat ist eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung feststellbar, in der die sogenannten „Schlautelefone“ immer mehr ins Zentrum unseres alltäglichen Lebens rücken. Was besonders bedauerlich ist: Zahlreiche Eltern nutzen die digitalen Gerätschaften heute unter anderem als Instrument zur selbständigen Beschäftigung ihrer Kinder. Gewissermassen die künstliche Intelligenz als besten Freund, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn Mama und Papa keine Lust oder keine Zeit haben, mit den Kleinen zu spielen.
Eine, nach unserem Dafürhalten, sehr bedenkliche Entwicklung, die mit erheblichen Gesundheitsgefahren und Entwicklungsstörungen der Heranwachsenden einhergehen.

Dazu meinte die Drogenbeauftrage der Bundesregierung, Marlene Mortler, treffend:
„Diese Studie ist ein absolutes Novum. Sie zeigt, welche gesundheitlichen Folgen Kinder erleiden können, wenn sie im digitalen Kosmos in der Entwicklung eigener Medienkompetenz allein gelassen werden, ohne die Hilfe von Eltern, Pädagogen sowie Kinder- und Jugendärzten. Für mich ist ganz klar: Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen!

Von einer kontrollierten Digitalisierung kann hier keinesfalls gesprochen werden. Viel treffender ist es, diesen völlig aus dem Ruder gelaufenen Prozess als gesundheitsschädlichen, die sozialen Bindungen auflösenden und zur kollektiven Verblödung führenden Digitalisierungswahnsinn zu betiteln.
Es wäre ein fataler Irrglaube, zu meinen, die digitale Verblödung durch übermässigen Smartphone-Gebrauch wäre eine ausschliesslich auf Kinder und Jugendliche beschränkte Erscheinungsform. Auch viele Erwachsene sind nicht immun gegen die Suchtproblematik der digitalen Informationstechnik. Um sich dieser Tatsache zu vergewissern, reicht es aus, seine Sinneswahrnehmung zu schärfen und einmal das Verhalten von Freunden und Bekannten bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten zu beobachten und zu analysieren. Schnell fällt auf, welche Ausmasse das Phänomen der Schlautelefon-Sucht auch im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis bereit angenommen hat. Unbeeindruckt ob der Tatsache, dass innerhalb der Gruppe gerade interessante Gespräche geführt werden, vergehen keine 10 Minuten, ehe nicht einer aus der Gruppe das Verlangen verspürt, einen Blick auf sein Telefon zu werfen.

Smartphone-Zombies
Die Bezeichnung „Smartphone-Zombie“ ist keine überspitzte Formulierung, sondern eine authentische Bezeichnung für jene Menschen, denen durch ihre regelmässige Überdosis Smartphone bereits grosse Mengen an Sozialkompetenz verloren gegangen ist. Wir leben in einer Ich-bezogenen Gesellschaft, in der sich jeder selbst der Nächste ist.
Eine kurze Momentaufnahme aus der Parkanlage, durch die der Schreiberling kürzlich bei helllichtem Tag gelaufen ist: Kleinere und grössere Personengruppen soweit das Auge reicht. Kommunikation mit der Aussenwelt? Fehlanzeige! Keiner spricht mit dem anderen. Jeder starrt wie ein fremdgesteuerter Roboter auf seinen Bildschirm. Ich fühle mich wie in einer emotionalen Eiswüste. Zu gern wüsste ich, welcher Aktivität der einzelne Smartphone-Zombie auf seinem Bildschirm nachgeht. Eigentlich weiss ich es, denn zur Genüge hatte ich schon die Möglichkeit, einen Einblick in diese virtuelle Welt zu nehmen. Eine Welt, deren digitale Bewohner sich zunehmend der Realität entfremden und zu seelenlosen und maulfaulen Individualisten verkommen. Auf einem 10x15cm grossen Bildschirm wickeln sie ihre sozialen Kontakte auf elektronischem Weg ab. Die zirkulierenden Nachrichten transportieren nur selten sinnstiftende Inhalte. Oft ist es ein geist- und geschmackloser Datenschrott, der nur einer niedrigen Bedürfnisbefriedigung und Unterhaltung dient.
Es scheint, als wäre der Verlust der zwischenmenschlichen Bindungen der Tribut, den wir für die alles durchdringende Flut an digitaler Informationstechnik zu bezahlen hätten.
Ist es das wirklich wert? Mitnichten!

Fazit

Wir stellen keinesfalls in Abrede, dass Mobiltelefone vorzügliche Eigenschaften für unser Alltagsleben besitzen. Ebenso wenig wünschen wir uns die Urzeit zurück. Wir anerkennen die technischen Errungenschaften und Fortschritte der Moderne, wollen aber da, wo nachweislich verborgene Gefahren für das Leben von uns und unseren Nachkommen existieren, zu Achtsamkeit und einem vernünftigen Umgang mit digitalen Geräten anregen. Das Smartphone stellt nun einmal die zentrale Erscheinungsform des fortschreitenden Digitalisierungswahnsinns dieser Zeit dar. Darum haben wir es zum Kerninhalt dieses Artikels gemacht.

In immer grösserem Ausmass werden wir mit hochtechnologischen Geräten und Errungenschaften der künstlichen Intelligenz geradezu überflutet. Eine einseitige Orientierung auf Technik und Materie führt aber im Handumdrehen zu einer kompletten Überreizung unseres Bewusstseins mit den schrillen Impulsen dieser schnelllebigen und lauten Welt. In der Folge kommt es zu einer spürbaren Veränderung gesamtgesellschaftlicher Verhaltensformen sowie Wert- und Haltungsmassstäben.
(mentale Verkümmerung, zunehmende Entfremdung von der Harmonie des Lebens, seelische Verarmung, Sittenzerfall, Verlust von Ethik, Moral u.v.m.)
Der Mensch wird geistig und seelisch ausgehöhlt und erleidet einen folgeschweren Empathieverlust.

Wir sprechen uns nicht pauschal für die Abschaffung von Smartphones, Computer und Spielkonsolen jeglicher Art ab. Gerade in den jungen Lebensjahren ist es vor allem die Dosis, die das Gift ausmacht. Wenn aber zahlreiche renommierte Studien erforscht haben, dass Kinder und Jugendliche im Durchschnitt mehrere Stunden täglich vor den Bildschirmen ihrer digitalen Endgeräte verbringen, so brauchen wir uns im Umkehrschluss auch nicht darüber zu wundern, wenn psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen in dieser Alterskategorie rapide zunehmen. Immer wieder hört, sieht und liest man vom „unerklärlichen“ Phänomen der Jugendlichen, die ausser Rand und Band geraten sind. Desorientiert und lustlos schreiten sie durch ihr Leben. Oder besser gesagt durch das, was davon übrig geblieben ist. Bereits Kinder „hängen durch“, leiden an Hyperaktivität, Schlafstörungen, Aggressivität, Konzentrationsschwierigkeiten und Lernschwächen jeglicher Couleur.
Und wir Erwachsenen?
Wir laufen wie die Verrückten im Hamsterrad, kommen aber dennoch keinen Schritt weiter, weil auch unsere Wahrnehmung verzerrt ist und wir den Blick auf das Wesentliche im Leben verloren haben. Im Grunde befinden wir uns in einer digitalen Häckslermaschine, die den menschlichen Verstand zerhackt und zur Auflösung jeglichen Gemeinsinns und menschlichen Miteinanders führt. Nun müssen wir die Maschine ausser Betrieb nehmen und den Ausgang finden, der uns den Weg zurück zu innerer Harmonie, Gesundheit und Glück weist.
Nun wollen wir keinesfalls die These aufstellen, dass ausschliesslich die Nutzung von Mobiltelefonen und Tablets für solche Fehlentwicklungen zuständig sind. Dafür zeichnet sich zweifelsohne noch eine weitere Reihe an Einflussfaktoren zuständig. Jedoch gibt es im deutschsprachigen Raum zahlreiche wissenschaftliche Studien, die übereinstimmend die Erkenntnis zum Ausdruck bringen, dass mit zunehmender Digitalisierung die Unachtsamkeit von Kindern und Jugendlichen steigt.

Während unser Einfluss auf die politischen Weichenstellungen bezüglich der Entwicklung an den Bildungsinstitutionen und im öffentlichen Leben augenblicklich recht begrenzt ist, können wir im privaten Leben aber sehr wohl steuern, ob wir unsere Kinder dem nachweislich schädlichen Einfluss dieser Gerätschaften aussetzen oder nicht. Einzig und allein in unserer Verantwortung liegt es, ob die Hirne der Kleinen mit elektronischem Schrott zugemüllt werden oder nicht.

Nachfolgend erlauben wir uns, Euch einen kleinen Handlungsleitfaden zur persönlichen Befreiung aus dem digitalen Gefängnis an die Hand zu geben. Auch wenn unsere Gedanken mit Sicherheit keine allgemeinverbindliche Gültigkeit besitzen, so können sie dennoch als Versuch einer konstruktiven Anregung verstanden werden. Nehmt das für Euch Nützliche auf und passt es Euren individuellen Bedürfnissen an. Der Konsens künftiger Handlungen sollte darin bestehen, die Kontrolle über Körper und Geist wieder vollumfänglich zu erhalten und unser Leben in einen harmonischen Einklang zu bringen.
Digitale Auszeit nehmen! Auch wenn es zu Beginn schwerfällt, doch sollten wir lernen, wieder vermehrt Abstand zu nehmen vom Bildschirm dieser Geräte. Reduziert die Nutzungsdosis auf ein Minimum und geht alternativen Tätigkeiten nach. Sport und Meditation sind nur einige der existierenden Möglichkeiten. Auch wenn es in diesen Zeiten aussergewöhnlich erscheinen mag: Fangt innerhalb der Familie an zu singen. Dabei geht es nicht um die Qualität der erzeugten Laute, sondern vielmehr darum, dass gesungen wird. Warum? Neurologen haben herausgefunden, dass Singen uns in positive Schwingungen versetzt. Es wirkt sich positiv auf Koordination, Gedächtnis und Einfühlungsvermögen des Menschen aus. Das musizieren (auch instrumental) soll Botenstoffe freisetzen, die besser als jedes chemisch erzeugte Antidepressiva wirken. Zudem trainieren wir mit Musik unser Gehirn und treffen so die bestmögliche Präventivmassnahme gegen Demenz.

Es gibt so viel Schönes und Spannendes, das gegenwärtig ausserhalb unserer Wahrnehmung liegt.
Wie wär’s mal wieder mit einem Buch?
Wie wär’s mal wieder mit einer Wanderung in der unberührten Natur?
(Vergesst die Kinder nicht mitzunehmen)
Denn sowohl Bücher als auch die Natur bergen Schätze von ungeahnter Schönheit.
Schätze, die nur darauf warten, von uns und unseren Kindern wieder entdeckt zu werden.
Der US-Amerikaner Thomas Berry meinte einmal:
„Den Kindern die Natur nahe zu bringen, sollte als eine der wichtigsten Etappen in ihrem Leben gesehen werden.“
Dem können wir nur beipflichten.

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